Auszüge aus den Kritiken
Fast alle Menschen wollen ihrem Partner treu sein, auf immer... Die Fledermaus von Johann Strauss, obwohl musikalisches Lustspiel, treibt die Flachheit vieler Treuegelübde als faulen Zauber vor sich her.
Die Wahrheit liegt im Seitensprung, so die unverblümte Botschaft, der je nach Standort Seitensprung-affinen oder desillusionierenden Inszenierung von Ewa Teilmans... Das Besondere dieser Inszenierung liegt im Spielwitz... schmissig choreographiert... hinreißend getanzt...auch musikalisch ist diese Fledermaus wunderbar gelungen... das Sinfonieorchester Aachen unter der Leitung von Peter Halasz packt die Operette mit Dynamik und Leidenschaft... Louis Kim als Alfred strahlte nach verhaltenem Beginn über die ganze Spieldauer mit gleichbleibend kräftiger, klangschöner Stimme... Höhepunkt in der Premiere war Jelena Rakic. Rakic beseelte als jugendliche raffinierte Adele darstellerisch den Abend. Die sehr wohl anspruchsvolle Partie füllte sie stimmlich nuancierend wunderbar aus. Aber auch der schmelzverströmdene Rüdiger Nikodem Lasa (Eisenstein) und seine Frau Rosalinde alias Katharina Hagopian waren hervorragende Besetzungen. Der verstiegen agierende Prinz Orlofsky, von Astrid Pyttlik authentisch gespielt, hatte sonore Fülle. Ihr Mezzosopran klang gut.
Gepflegt und stimmlich präsent Hrolfur Saemundsson als Dr. Falke. Den stotternden Doktor Blind brachte Patricio Arroyo gekonnt, wie Pawel Lawreszuk als Gefängnisdirektor Frank mimisch und stimmlich sicher war. Ein Höhepunkt des Abends aber wurde auch die Partie des Gefängniswärters Frosch: mit dem für die Fledermaus so wichtigen Wiener Idiom persiflierte Rainer Krause den nach Nürnberg abgereisten Musikdirektor Markus Bosch und das Sinfonieorchester Aachen und verschaffte dieser Premiere einen starken, kurzweilig burlesken Abschluss.
Das Aachener Publikum beruhigte sich erst nach vielen Vorhängen und Bravos von dieser gelungenen Inszenierung.
IOCO- Kultur im Netz / VJ / 27.09.2011
...Der komische Kontrast zwischen der Fassade bürgerlichen Anstands und der darunter lodernden Sexgier wurde auch durch die Kostüme ( Britta Leonhard ) hervorgehoben...Das Dirigat von Peter Halasz führte das Orchester sicher durch den Abend.
Fazit
Die Strauss-Operette wurde mit Sinn für Humor, aber auch mit nachdenklichem Unterton inszeniert...
Das Publikum nahm die Aufführung sehr positiv auf. Eine gelungene Vorstellung!
operapoint, Melanie Joannidis, 27.9. 2011
"Oberflächlich ist diese Operette allerdings ganz und gar nicht...
Nach einem rasanten Schluss brandet Jubel auf. Der Applaus gilt Klanggüte, Spielfreude und Regiekonzept."
Sybille Offergeld, Grenzecho, 27.9. 2011