La Traviata

Unterwerfung

Fiddler on the Roof - Anatevka

Wassa Schelesnowa

Au Monde

Der nackte Wahnsinn

West Side Story

Peer Gynt

Rusalka

Verbrennungen

Hänsel und Gretel

Die Zauberflöte


 

Wiederaufnahme:
Unterwerfung

nach dem Roman von Michel Houellebecq
 

 
Wiederaufnahme: Freitag, 13. Oktober, 19:30 Uhr, Theater Aachen
 
In seinem kontrovers diskutierten Roman »Unterwerfung«, der am 7. Januar 2015, dem Tag des Attentats auf das Satiremagazin »Charlie Hebdo«, erschien, entwirft Michel Houellebecq ein provokantes Bild der Identitätskrise unserer europäischen Gesellschaft. In ironischer Pointierung zeichnet er die Zukunftsvision eines ökonomisch angeschlagenen und intellektuell zutiefst verunsicherten Frankreichs, das sich nach demokratischen Wahlen in eine islamische Republik verwandelt:
 
Francois, Literaturprofessor an der Sorbonne und Protagonist in Houellebecqs »Unterwerfung«, verfolgt im Jahr 2022 den französischen Wahlkampf, in dem die Straßenkämpfe zwischen der rechtsextremen Identitären Bewegung und den gewaltbereiten Salafisten zu bürgerkriegsartigen Unruhen führen. Jüdische Bürgerinnen und Bürger beginnen, ihre Koffer zu packen, Universitäten werden geschlossen. Um den drohenden Wahlsieg der Ultrarechten zu verhindern, gehen die Linke ein Bündnis mit der gemäßigten Partei der islamischen Bruderschaft ein, deren smarter Vorsitzender Ben Abbès als erster Muslim Präsident eines westeuropäischen Landes wird. Mit ihm werden sukzessive Scharia, Kopftuch, Polygamie gesellschaftlicher Standard – gleichzeitig erlebt das Land einen ungeahnten Aufschwung.
 
Auch für Francois, der sich bis dato einzig durch seine Forschung zu dem französischen Decadence-Romancier Joris-Karl Huysmans und durch diverse lose sexuelle Beziehungen zu jungen Studentinnen von seinem tief sitzenden Weltekel hatte ablenken können, wird die politische Kehrtwende zur großen Verlockung: Unter der Prämisse der Konvertierung zum Islam wird ihm, der eigentlich schon entlassen worden war, eine finanziell lukrative Rückkehr an die Sorbonne in Aussicht gestellt und die Zuführung von – Kopftuch verschleierten – Jungfrauen qua islamischem Gesetz automatisch garantiert.
 
Houellebecq nimmt mit imaginativer Kraft aktuelle Debatten um den politischen Rechtsruck, den in Political Correctness erstarrten Linksliberalismus, den »atheistischen Humanismus« und die viel beschworene Gefahr der Islamisierung des Westens auf und wirft sie im derzeit überhitzten, ideologisch aufgeladenen politischen Klima mit intellektueller Lust durcheinander.
 
In der Theaterfassung von Ewa Teilmans wird unter Mitwirkung des Aachener Sinfonischen Chores außerdem das Verschwinden und Verstummen der Frauen zum Thema gemacht.
 
Aktuelle Aufführungen 12. Januar 2018
18. Februar 2018
25. März 2018

Wiederaufnahme:
Fiddler on the Roof - Anatevka

Musical von Jerry Bock
 

 
Wiederaufnahme: Donnerstag, 12. Oktober, 19:30 Uhr, Theater Aachen
 
Der Geiger auf dem Dach steht als Symbol für den Balanceakt eines Lebens unter der Bedingung jahrhundertelanger Verfolgung. Gerade aber für ein ausgegrenztes Volk schafft das Leben in einer strengen Tradition eine große Identifikation. Und so bedeutet auch für den Milchmann Tevje und den jüdischen Teil des Dorfes Anatevkas Tradition Heimat.
 
Tevje, der Patriarch einer großen, außer ihm ausschließlich weiblichen Familie, ist fest davon überzeugt, dass die Welt in Ordnung ist, solange sie in die alten Gesetze gebettet ist. Doch seine drei erwachsenen Töchter sehen das anders und beginnen, die altbewährten jüdischen Bräuche zu revolutionieren und sich selbst zu emanzipieren: Nicht die Heiratsvermittlerin Jente soll die Ehen schmieden, sondern allein die Liebe: Wie sehr Tevje auch hadert und mit seinem Gott diskutiert – aufhalten kann er das Fortschreiten des Neuen nicht, und Gott schweigt und hält sich heraus aus den Konflikten, den privaten wie politischen.
 
Denn da ist noch etwas anderes, was auf Tevjes Welt dunkle Schatten wirft: das an sich friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien und Religionen wird per Edikt des staatlichen Machtapparates erschüttert, erst nur ein wenig durch die eine oder andere antisemitische Demonstration, dann durch zunehmende Gewalt und Pogrome, an deren Ende Vertreibung und Flucht steht.
 
In der Theaterfassung von Ewa Teilmans wird unter Mitwirkung des Aachener Sinfonischen Chores außerdem das Verschwinden und Verstummen der Frauen zum Thema gemacht.
 
Aktuelle Aufführungen

31. Oktober 2017
24. November 2017
21. | 27. Dezember 2017
07. Januar 2018

Nächste Opernpremiere:
La Traviata

Oper von Giuseppe Verdi
 
Premiere: Sonntag, 10. Dezember, 18:00 Uhr, Theater Aachen
 
»Für Venedig mache ich die Kameliendame. Ein zeitgenössischer Stoff. Ein anderer würde ihn vielleicht nicht gemacht haben, wegen der Sitten, wegen der Zeiten …« (Giuseppe Verdi)
 
Eine junge Kurtisane im Zentrum einer selbstverliebten Männerwelt. Solange Violetta die Zügel in der Hand hält, keine Schwäche zeigt, keine Nähe zulässt, ist sie der Star dieser Welt. Aber indem sie ihren Weg verlässt, sich verliebt, der Gesellschaft den Rücken zukehrt, wird sie zum Opfer. Mit aller Härte und Mitleidlosigkeit offenbart sich nun die biedere Wirklichkeit und Brutalität ihrer vormaligen Anbeter. Ihr Fall ist bodenlos.
 
Aktuelle Aufführungen 10. | 15. | 22. | 25. | 31. Dezember 2017
04. | 06. | 14. | 21. | 28. Januar 2018
21. Februar 2018
07. | 10. März 2018
02. | 08. | 28. April 2018
18. | 21. | 31. Mai 2018
03. | 14. Juni 2018